Sie nennen ihn Bulli

Unser schöner VW T4 Bus hat uns schon sehr viele tolle Reisen durch ganz Europa ermöglicht. Auch wenn es sich nicht um den “originalen” T1 Bulli handelt, nennen wir unseren T4 trotzdem “Bulli”. Der Vorteil unseres modernen Bullis liegt im niedrigen Spritverbrauch. Auf 100km kommen wir mit 5 bis 7 Litern aus. Und dabei liefert der 110PS Diesel trotzdem genug Power um schnell an einem sonnigen Plätzchen anzukommen.

Ein Queensize Bett

Wir haben die Caravelle Ausführung, die ansich nicht auf Camping ausgelegt ist. Mit einfachen Mitteln haben wir ihn aber zu einem Camper umgebaut. Die Hintere Bank und der Einzelsitz der Mittelreihe wurden ausgebaut. Auf einem Gestell aus Wasserkästen, Holzbalken und 4 Schaltafeln lagert das Bett, dass sich über die Mittelbank ausklappen lässt. Als Matratze haben wir uns eine 8cm dicke Kaltschaummatratze zurecht schneiden lassen. Im Fachgeschäft kann man sich von einem riesigen Block Kaltschaum eine beliebig dicke Scheibe abschneiden lassen. Die Matratze lässt sich später mit einem elektrischen Fleischmesser ganz einfach weiter zu schneiden.

Drehsitz

Unter den Beifahrersitz haben wir eine Drehkonsole eingebaut. So können wir den Beifahrersitz nach hinten drehen.  An der Stelle des Einzelsitzes in der Mittelreihe befindet sich ein kleiner Tisch. Wenn wir die Mittelbank aufklappen und den Beifahrersitz drehen, können wir dort zu zweit essen. Der Kleine wird im Kindersitz auf der Mittelbank gefüttert.

Vorhänge aus Verdunklungsstoff

Vorhänge haben wir uns aus gelben Verdunklungsstoff genäht. Der Verdunklungsstoff ist zwar sehr teuer, dafür verdunkelt er aber wirklich gut. Wir haben zuvor auch “normale” Stoffe ausprobiert. Aber diese sind doch eher dekorativ. Ein spezielles elastisches Seil mit Innengewinnde in das man Ösen eindrehen kann hält die Vorhänge am oberen Fensterrand.

Kochen fast wie zu Hause

Die Küche befindet sich im Kofferraum unter dem hintersten Viertel des Bettes. Genau wie das vordere Viertel lässt sich das hintere Viertel aufklappen. Ein sehr sparsamer elektrischer Kompressorkühlschrank bietet genug Platz um Lebensmitel wie Fleisch, Milch und Aufschnitt für gut eine Woche zu lagern. Und auf unserem Gaskocher mit zwei Kochfeldern haben wir schon so manches Festmahl gekocht. Der Gaskocher ist fest auf einem kleinen Schränkchen verankert, in dem wir das Geschirr etc ordentlich aufbewahren können. Der Raum zwischen Kühlschrank und Schränkchen nutzen wir mit stapelbaren Kisten als Vorratslager für Konserven, Nudeln und ähnliches. Was leider fehlt ist eine festinstallierte Spühle mit fließendem Wasser. Dafür nutzen wir immer eine Schüssel und Wasser aus einem 20l Wassertank. Zusätzliche LED-Leisten sorgen dafür, dass wir auch nachts gut sehen, wass wir in der Pfanne anbrennen lassen. Ein weitere schmaler Kühlschrank beherbergt kühle Getränke im vorderen Teil – Wohnzimmer – des Bullis.

Strom aus der Sonne

Eine 100Wp Photovoltaikanlage auf dem hinteren bereich des Daches generiert den nötigen Strom für unsere Elektrogeräte. Das PV-Modul ist auf einem Dachträger montiert und kann in eine Richtung aufgeklappt werden um den Winkel zur Sonne zu optimieren und damit den Wirkungsgrad zu maximieren. Damit die Geräte auch nachts laufen können speichert eine 200Ah AGM Deepcycle Batterie den Strom. Als Ladegerät kommt ein 20A MPPT Laderegler zum Einsatz, der sich über Bluetooth auslesen lässt. Wir hatten vorher einen PWM verwendet und der Unterschied hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Für die Verkabelung mussten wir hinten die ganze Verkleidung entfernen.

Wärme aus der Sonne

Eine 40l Solardusche ermöglicht warmes Abduschen nach dem Surfen. Letztlich handelt es sich dabei um ein langes schwarzes Rohr, dass an der Seite des Dachträgers, neben den Surfboards, befässtigt ist. Die Wassermenge reicht locker aus um sich zu zweit und ein kleines Kind abzuduschen. Bei klarem Himmel und Sonnenschein wird das Wasser im Frühling und Herbst angenehm warm. Im Sommer kann das Wsser sogar schonmal zu heiß sein.

Lautsprecher hinten

Wenn man sich schonmal die Mühe gemacht hat und die gesamte Verkleidung entfernt hat, dann sollte man das auch nutzen. Wir haben mit der Installtion der Photovoltaik gleich auch ein Paar Lautsprecher im hinteren Teil des Bullis installiert. Um die Lautsprecherkabel ordentlich nach ganz vorne ziehen zu können muss man nämlich ebenfalls die gesamte Verkleidung entfernen.

Der Bulli hat einiges drauf

Der Dachgepäckträger trägt unsere beiden 8″ Boards und darauf noch ein 6″4 und ein 7″2 Board. Ein Spanngurt an der vorderen und ein Spanngurt an der hinteren Halterung pressen die Boards fest auf die Träger, welche mit Schaumstoff ummantelt sind.

Lagerraum

Der gesamte Raum unterm Bett wird als Stauraum genutzt. So haben wir dort Sportgeräte, Campingequipment und unsere Koffer mit Kleidung gelagert. Und weil es nervig wäre ständig darunter zu krabbeln haben wir wichtige Dinge des, auf die wir häufiger zugreifen müssen in einem Hänger an einem Seitenfenster stets griffbereit deponiert.

Bulli auf Durchzug stellen

Eine der größten Umbaumaßnahmen waren die Schiebefenster auf beiden Seiten. Aber der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. In heißen Regionen können wir so einen angenehmen Durchzug erzeugen und Nachts die warme stickige Luft gänzlich durch die erfrischende Abendluft austauschen.

Die richtige Tönung machts

Getönte Fensterscheiben bieten eine bessere Privatsphäre und verbergen das Innere vor neugierigen Blicken von außen. Es ist zwar eine sehr frickelige Angelegenheit, gerade an den Schiebefenstern, aber mit etwas geschick und gedult, kann man das durchaus selber machen.

Den Strom richten

Ein kleiner 100W Wechselrichter wandelt Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom um, mit dem wir Laptop etc. betreiben können.

LED spart Strom

Um Strom zu sparen haben wir alle alten Leuchtmittel durch moderne sparsame LED-Leuchtmittel ersetzt.

Partikelfilter für Grün

Um die grüne Plakette zu erhalten haben wir einen Katalysator mit Partikelfilter von Mangold eingebaut. Dieser war zwar nicht günstig, aber dafür können wir jetzt mit der grünen Plakette auch in jede Stadt fahren.