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Erster Halt in Utah: Arches National Park

Heute verlassen wir Colorado. Wer hätte vorher ahnen können, dass uns Colorado so gut gefallen würde. Colorado ist einfach farbenfroh, lebendig und gewaltig. Absolut umwerfend. Im Gegensatz zum trockenen und heißen New Mexiko erlebten wir in den Rocky Mountains grüne Berg- und Seenlandschaften, die teilweise sogar noch mit Schnee bedeckt waren. In den Rocky Mountains gab es noch genug Wanderwege für uns. Und wir hatten noch so viele ungenutzte Empfehlungen und Tipps übrig, dass wir gut und gerne noch einen Monat allein in Colorado hätten verbringen können. Doch zeitlich müssen wir nun mal halt weiter und in Utah warten jetzt erstmal die Mighty 5 auf uns. Der erste der Mighty 5 auf unserem Weg ist der Arches National Park.

Eine Bilderbuch-Abkürzung

Wir biegen früher, als es uns Google Maps empfiehlt von der Interstate 70 ab. Etwa auf Höhe Agathe. Die Landstraße ist gut befahrbar und für Camper bestens geeignet. Der Weg über die Landstraße 128 ist zwar zeitlich länger, jedoch von der Distanz kürzer und um so einiges interessanter. Wir sind von der Strecke zwischen Dewey und Moab so fasziniert, dass wir die Fahrt teilweise filmen. Man kann die Landschaft mit Worten einfach nicht ausreichend genug beschreiben. Die Landstraße verläuft abenteuerlich mitten durch einen tiefen Canyon. Rechts fließt ganz entspannt ein breiter Fluss neben uns her und links ziehen sich direkt die hohen Felswände des Canyon empor. An manchen Stellen ist die Landstraße beängstigend eng und direkt in die Felswand hinein gebaut. Wie im Bilderbuch. Ein Wahnsinns Gefühl hier lang zu fahren.

Massig Möglichkeiten für Camping

Wir kommen an zahlreichen günstigen Campingplätzen vorbei, die direkt am Fluss gelegen sind. Alle samt sehr Verlockend. Doch wir haben bereits einen kostenfreien Spot direkt in der Nähe des Arches Nationalpark angepeilt. Und der angepeilte übernachtungs Spot stellt sich als hervorragend heraus. Wir fahren nur kurze Zeit vom Highway weg und befinden uns mitten in der Wüstenlandschaft. Völlig kostenfrei gibt es hier vorbereitete Stellplätze mit Feuerstellen zum Übernachten. Es gibt sogar vereinzelte Toiletten-Häuschen. Wir fahren auf einen Stellplatz, der wie ein Plateau alles andere überragt. Ein traumhafter Spot zum Übernachten. Wir genießen den Sonnenuntergang, wie er die umliegenden Felsformationen in ein glühendes rotes Licht taucht. Der Spot gefällt uns sogar so gut, dass wir hier einfach einen ganzen Tag verbringen und relaxen. Abends machen wir ein Lagerfeuer. Unser Hähnchen braten wir dann auch direkt überm Feuer. Als Beilage legen wir in Alufolie gwickelte Kartoffeln und Mais im die Glut. Und weil’s so schön ist machen wir backen wir noch Stockbrot dazu. Und als Nachtisch haben wir uns mittlerweile an geröstete Marschmallows zwischen Keks und Schoko lade sp gewöhnt, dass wir kein Lagerfeuer ohne machen. Ein entspannter und erholsamer Tag mitten in der Wüste. Die Temperaturen sind zwar tagsüber ziemlich hoch, aber außerhalb der direkten Sonnenstrahlung lässt es sich gut aushalten.

Gardenduell: Gods vs Devil

Gut ausgeruht brechen wir früh morgens auf, um den Arches National Park zu besuchen. Die Fahrt zum Eingang ist nur noch ein kurzes Stück zurück über den Highway. Der Eintritt hätte uns satte 30$ gekostet. Gut dass wir die Jahreskarte haben. Mittlerweile hat die sich bereits mehr als bezahlt gemacht. Vom Eingang aus führt eine lange kurvige Straße durch die imposante Fels- und Wüstenlandschaft. Immer wieder kommen Haltebuchten und kleine Parkplätze von denen man eine tolle Aussicht hat oder von denen aus Wanderwege starten. An den Meisten fahren wir jedoch vorbei, denn wir haben uns ein klares Ziel gesetzt. Nach dem wir in Colorado den “Garden of the Gods” besucht haben, wollen wir hier im Arches National Park auf jeden Fall den “Devils Garden” vollständig erkunden und mit dem Garten der Götter vergleichen. Der Devils Garden liegt ganz am Ende der malerischen Straße. Die Parkplätze des großen Parkplatz sind alle für Wohnmobile ausgelegt. Und in der Tat haben wir bisher noch nirgendwo so viele Wohnmobil gesehen, wie hier im Arches National Park (abgesehen von Campingplätzen natürlich…).

Wasser hat man hier besser zu viel als zu wenig dabei

Ein großes Warnschild warnt uns vor der extremen Hitze, bevor wir den Parkplatz Richtung Wanderweg verlassen können. Der Nationalpark liegt ja auch mitten in der Wüste. An einer Wasser Station daneben können wir frisches und kühles Wasser auffüllen. Wir stocken unseren Wasservorrat sicherheitshalber noch ein bisschen auf. Sicher ist Sicher. Auf der Wanderkarte, die wir am Eingang des Arches National Park bekommen haben, sind leider für unsere geplante Runde durch den Devils Garden keine Kilometerangaben vorhanden. So dass wir die Route nur schwer einschätzen können. Das einzige was der Karte zu entnehmen ist, ist dass wir für den “Devils Garden Primitive loop” einen “primitiven Wanderweg” wandern werden, was immer das auch heißen mag.

Pause? Erledigt!

Wir kommen nach nur wenigen Minuten an eine Felsspalte, die schräg nach oben verläuft. Der Untergrund ist vollständig mit feinem Sand bedeckt und die hohen Felswände spenden kühlenden Schatten. Eigentlich ist es noch viel zu früh für eine Pause, aber es ist der perfekte Platz, um unseren Sohn sich austoben zu lassen. Wie ein Duracell Hase krabbelt er den Sandberg hoch und runter und schmeißt mit Sand um sich, als wäre es Konfetti im Kölner Karneval. Gut, machen wir die Pause diesmal direkt zu Beginn, dann haben wir das schon mal erledigt. Der Wanderweg führt uns Weiter zum “Tunnel Arch” und zum Pine Tree Arch”. Wir haben Glück und sind ohne Touristen Massen an den Arches, so dass wir in aller Ruhe ein paar Fotos schießen können. Am Anfang des Devils Garden primitive Loop trohnt der wohl größte Felsbogen, der Landscape Arch. Früher konnte man wohl auch unter dem Landcape Arch durch wandern, doch wegen Einsturzgefahr ist das nun verboten. Bilder auf einer Tafel zeigen, den Moment als große Felsbrocken vom Landscape Arch abbrechen und hinunter auf den Wanderweg stürzen. Gott sein Dank ist dabei niemand verletzt worden. Die Tafel erklärt uns auch, wie die Arches entstanden sind und, dass sich die Felsenlandschaft noch immer durch Wind und Wetter weiter wandelt.

Rockige Finne in luftiger Höhe

Viele Besucher kehren von hier aus zurück zum Parkplatz, doch wir gehen weiter über den “Primitive Trail”. Und wir verstehen nun auch die Namensgebung. Statt eines ebenen Schotterweges, wandern wir nun über blanken Fels steil bergauf. An manchen Stellen kommen wir auch nur mit Hilfe unserer Hände weiter. Natürlich nehmen wir noch einen kurzen Abstecher zum “Navajo- und Wall Arch”. Vom Wall Arch aus, den wir bereits von unten sehen konnten,  haben wir nun eine herrliche Aussicht über den Devils Garden. Die malerische Landschaft wird wie ein Gemälde von einem Passepartout, durch den Wall Arch umrahmt. Der spektakulärste Teil des Primitive Trail ist für uns aber der Fin Rock. Der Wanderweg verläuft an dieser Stelle über einen schmalen Pass aus Felsen, der wie eine Finne aus der restlichen Landschaft heraus ragt. Auf beiden Seiten geht es tief abwärts. Während uns oben auf der Fin Rock ein angenehmer frischer Wind um die Ohren weht, sind wir vollends damit beschäftigt einen Fuß sauber vor den anderen zu setzen und unsere Kappen fest zu halten. Zwischen durch bleiben wir stehen und lassen unsere Blicke über die eigenartigen Felsformationen schweifen, die aussehen wie riesige Säulen.

Endergebnis

Die Beschilderung des Weges lässt immer mehr nach und wir können uns eigentlich nur noch an den Steintürmen orientieren, die uns den rechten Weg weisen sollen. Quer gelegte Stöcke oder Steinreihen halten uns so manches Mal davon ab, einen Falschen Weg einzuschlagen. Und trotzdem verpassen wir anscheinend eine Abzweigung. Statt sicher und moderat von einem hohen Fels herunter zu wandern, müssen mir den Fels hinunter klettern. Laut den Fußspuren, waren wir aber wohl nicht die einzigen, die sich versehentlich für den Indiana Jones Weg entschieden haben und zu Faul zum umkehren waren. Von hier an führt uns der primitive Trail nicht minder abenteuerlich durch das Tal mit den großen Felssäulen, das wir zuvor noch vom Finn Rock aus bestaunt haben, zurück zum Parkplatz. Eine sehr abenteuerliche Wanderung, durch eine einzigartige Landschaft. Auch, wenn der Garden of the Gods absolut schön war, so hat für unseren Geschmack hier diesmal der Devil gewonnen.

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