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Durch die Berge zum Bryce National Park

Nach dem kleinen und recht unbesuchten Capital Reef Nationalpark machen wir uns auf den Weg zum Bryce Nationalpark. Der Weg führt durch Berge, die zur Abwechslung mal sehr grün bewachsen und mit Bäumen, Büschen und Gräsern bedeckt sind. Hier fühlt sich alles wieder sehr lebendig an. Ironischer Weise treffen wir in dieser lebendigen Gegend auf den Tod. Ein Motorradfahrer hat anscheinend seine Geschwindigkeit unterschätzt und ist aus einer der vielen Kurven heraus geflogen. Dabei stehen hier quasi vor jeder Kurve Geschwindigkeitsbegrenzungen in weiß oder Empfehlungen in Organe, die absolut Sinn machen. Wenn man sich an den Schildern orientiert und sich an die Begrenzungen hält, kann man die Kurven gar nicht falsch einschätzen. Aus der Kurve wurde der Motorradfahrer auf die tiefer gelegenen Felsen geschleudert. Große Überlebenschancen vermuten wir für den armen Motorradfahrer nicht. Hoffen wir das beste für Ihn. Wir werden durch ihn mal wieder daran erinnert wie kostbar das Leben doch ist. Gut, dass wir gerade jeden Tag gemeinsam nutzen und wertschätzen.

Abkühlung im Schlangen-Fluss

Die Straße führt aus den Bergen heraus, weiter über einen schmalen Pass. Links und rechts geht es etliche Meter tief hinunter. Hier sollte man erst recht nicht von der Straße abkommen. Die Aussicht ist in alle Richtungen gigantisch. Wir fahren wie auf Wolken und haben ein bisschen das Gefühl vom Fliegen. Im Tal angekommen kreuzt der “Escalante River” unseren Weg. Hier unten im Tal herrscht wieder Wüsten-Atmosphäre mit hohen Temperaturen und ohne grüner Vegetation. Natürlich können wir der Versuchung nicht widerstehen uns einfach in den schönen breiten flachen Fluss zu werfen um uns abzukühlen. Leider sind wir nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind. Neben uns gibt es noch so einige Schlangen hier am und im Fluss. Scheinbar kommen die Schlangen ebenfalls hierher um sich zur Mittagszeit im Wasser abzukühlen. Uns ist nicht ganz wohl dabei in das Wasser zu gehen. Eine kleine Wandergruppe erklärt uns jedoch, dass hier in der Region (Utah, Colorado, Arizona) die einzige Giftschlange, die Klapperschlange ist. Und die Klapperschlange mag kein Wasser. Sie hält sich lieber abseits des Flusses auf und definitiv nicht im Fluss selber. Die Schlangen, die im Wasser sind, sind also auf jeden Fall alle ungiftig. Auch wenn es trotzdem ein etwas unangenehmes Gefühl ist, im Fluss zu sitzen, wo eben noch Schlangen unterwegs waren, lassen wir uns diese Abkühlung nicht nehmen. Außerdem haben wir deutlich gesehen, dass die Schlangen vor uns Angst hatten und sich lieber von uns fern halten. So können wir das Wasser in Utah doch etwas entspannter genießen.

Das Sternenhimmelprogramm von Bryce

Am Bryce National Park kommen wir erst recht spät an. Die Fahrt hat mit 3 Stunden reiner Fahrzeit doch länger gedauert als erwartet. Und wir haben ja noch eine ausgiebige Pause am Fluss eingelegt. Aber es ist gut, dass wir bereits an diesem Samstag Abend angekommen sind und nicht noch eine Zwischenübernachtung eingelegt haben. Denn Samstags bietet der Bryce National Park ein cooles Programm für Hobby Astronomen. Um 20:00 Uhr wandern wir vom “Sunrise Point” zum “Sunset Point” und genießen, wie die malerische Kulisse des natürlichen Bryce Amphitheaters durch den Sonnenuntergang in leuchtenden Farben erstrahlt. Eigentlich sollten wir morgen an der gleichen Stelle auch den Sonnenaufgang bewundern, doch unser Abend wird wohl zu lange dauern, als das wir morgen früh genug aufstehen könnten. Wir wandern den Weg zurück und kommen über den “Rim Trail” pünktlich um 21:00 zum künstlichen Amphitheater. Eine Astrophysikerin hält hier auf einer großen Bühne einen spannenden Vortrag über das Universum und die Raumfahrt. Die Bankreihen des Amphitheaters sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige Besucher stehen sogar um dem Vortrag folgen zu können. Der Bryce Nationalpark ist neben seiner wunderschönen Canyon-Landschaft auch für seine absolute Dunkelheit bei Nacht bekannt. Weit Abseits großer Städte herrschen hier die ideale Bedingungen um den Nachthimmel ohne “Lichtverschmutzung” zu bestaunen. Offensichtlich hat die Macht der Dunkelheit (oder die dunkle Macht…) zahlreiche Hobby-Astrologen angezogen. Während des Vortrages wird die berüchtigte Dunkelheit immer stärker, so dass wir von der Sprecherin später nur noch die schwarze Silhouette vor der großen Leinwand erkennen können. Gleichzeitig erleben wir, wie die Sterne immer deutlicher zu sehen sind. Bryce zeigt sich uns von seiner schönsten nächtlichen Seite mit einem wolkenlosen klaren Sternenhimmel.

Blick ins Universum

Nach dem tollen Vortrag pilgern wir um 22:00 mit zahlreichen anderen Besuchern durch die vollkommene Dunkelheit zum Visitor Center zurück. Vier Teleskope stehen bereit um uns einen tieferen Blick ins Universum zu ermöglichen. Zwei Teleskope sind gezielt auf Jupiter ausgerichtet. Durch das Teleskop erkennen wir den Planeten deutlich und können sogar seine 4 Monde erkennen. Ohne Teleskop hatten wir Jupiter immer für einen Stern gehalten. Unser Sohn nimmt mit 14 Monaten zum ersten Mal die Sterne bewusst wahr. Aufgeregt zeigt er mit seinem Zeigefinger in den Sternenhimmel und kann seinen Blick gar nicht mehr von den vielen strahlenden Punkten abwenden. Wir sind nicht minder aufgeregt und bestaunen den Himmel lange durch die Teleskope. Es ist unglaublich, wie wir hier in der weiten Wildnis des Bryce Nationalparks stehen und von hier aus die noch viel weitere Weite des Universums erfahren. Ehrfürchtig wird uns diese Nacht ein bisschen mehr bewusst, welchen kleinen Platz wir eigentlich im unendlich großen Gefüge des Universums einnehmen.

Kostenlos neben Bryce campen

Die Zeit haben wir beim staunen vollständig aus den Augen verloren. Unser Sohn hängt längst schlafend in der Manduka und auch wir können unsere Augen kaum noch aufhalten. Auf den Campingplätzen wäre sogar noch Platz frei. Doch für 26$ fahren wir lieber 5 Minuten aus dem Bryce National Park wieder heraus und stellen uns dort auf einen kostenlosen Stellplatz Namens Goerges Gift. Der Spot liegt mitten im Dixy National Forest und wir sind auch absolut nicht die einzigen hier. Trotz später Stunde lodern überall im Wald noch kleine Lagerfeuer und markieren einen besetzen Stellplatz. Wir finden aber noch einen freien Stellplatz und genießen eine herrlich ruhige Nacht.

Bryce stirbt

Das Sternenprogramm des Bryce National Park war wirklich schon eine super Sache, aber es ist gut, dass wir den heutigen Tag noch mal hier verbringen, denn Bryce hat neben seinem Sternenhimmel noch so einiges mehr zu bieten. Weil wir im “Hauptgebiet” erst ab 18:00 mit unserem Wohnmobil an den Sehenswürdigkeiten parken dürfen, fahren wir bis ganz ans Ende des Bryce Canyons zum “Yovimpa Point”. Zufälliger Weise startet hier gerade eine Führung, an die wir uns einfach dran hängen. Am “Rainbow Point” haben wir eine wahnsinnig Aussicht über den Dixy National Forest im Tal bis hin zur hohen North Rim des Grand Canyons am Horizont. Der Ranger erklärt, dass sich die Felsen über die Jahrhunderte durch den Einfluss von Wind und Wasser geformt haben und dass dieser Prozess noch stets weiter läuft. Er prophezeit, dass es in einigen hundert Jahren keinen Bryce Canyon mehr geben wird. Zumindest nicht mehr in der jetzigen Form. Vermutlich wird dann die spektakuläre Säulenlandschaft, gänzlich durch den immanenten Einfluss von Wind und Wasser, verschwunden sein werden. Bryce stirbt – langsam aber sicher. In weiser Voraussicht, dass er dann leider arbeitslos sein wird, hält er scherzend seinen Hut für ein paar Spenden in Richtung der Besuchergruppe. An diesem Punkt lösen wir uns von der Gruppe um den “Bristelcone Loop Trail” in unserem eigenen Tempo wandern zu können.

Auf Kipp

Wir haben uns an den Tollen Aussichten viel Zeit gelassen und entspannt unser Picknick verzehrt. Weil wir mittlerweile kurz vor 18:00 haben fahren wir zum “Bryce Point”. Jetzt dürfen wir hier auch mit unserem Wohnmobil parken. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Weg zur Aussichtsplattform. Wie ein Teller, der auf kipp auf einem Tisch steht, ragt die Aussichtsplattform über den Rand der Klippen heraus. Den Besuchern wird so ein breiter Blick auf das natürliche Amphitheater ermöglicht. Wir lehnen uns etwas über das Geländer um der Illusion des Fliegens noch etwas näher zu kommen. Das Bryce Amphitheater ist ein Halbkreisförmiger Rand des Canyons. Zahlreiche Steinsäulen, die für Bryce so charachteristisch sind, ragen vom Grund es Canyons empor. Wir erfahren von Wanderern, dass man vom Sunset Point aus hinunter in die Felssäulen wandern kann. Weil wir nicht mehr lange Tageslicht haben beeilen wir uns dort hin.

Wanderung durchs das Tal des Bryce Canyons

Vom Sunset Point aus startet der Navajo Loop Trail. Der schmale Wanderweg verläuft sehr steil in langen Serpentinen hinunter in das Tal des Canyons. Der Untergrund ist mit an vielen Stellen mit feinem roten Sand aus den Felswänden bedeckt und dadurch unheimlich rutschig. Auf halbem Abstieg treffen wir auf eine Abzweigung, die uns nach nur kurzem Wege zu zwei Arches führt, wie wir sie aus dem Arches National Park kennen. Passend tragen die beiden Arches den Namen “Two Bridges Arches”. Es ist schon ein sehr aufregendes Gefühl in das Tal des Canyons zu wandern und zu erleben, wie die Felswände um uns herum immer größer werden. Es beginnt langsam dunkel zu werden und wir erhöhen unser Schritttempo etwas. Der Aufstieg zurück zum Sunset Point wird “Wall Street” genannt. Warum auch immer. Abenteuerlich verläuft der Wanderweg hier sogar teilweise durch kleine Tunnel mitten durch den roten Fels. Der Rückweg über viele schmale Serpentinen dauert merklich länger, aber wir schaffen es noch bevor die vollkommene Dunkelheit von Bryce einsetzt.

Kostenloser Campingplatz mit Schatten

Wir übernachten kurz vorm Cedar Breakes National Monument, unserem nächsten Ziel. Über einen gut befahrbaren Feldweg erreichen wir einen Campingplatz nicht weit von der Landstraße, aber Abseits genug um keinen Lärm von der Landstraße mehr zu hören. Laut Aushang dürften wir hier für bis zu 16 Tage kostenlos campen. Es gibt reichlich Plätze mit Wiese, Feuerstellen und Schatten spendenden Bäumen. Wobei es hier wegen der Höhe recht frisch ist und wir auf den Schatten jetzt auch hätten verzichten können. In der Wüste hätten wir den Schatten dringender gebraucht.
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