Pizza zum Frühstück

In Fort Myers durften wir erstmal einen heftigen Temperatursturz erleben. Das schien allerdings nicht an Fort Myers zu liegen, sondern war in ganz Florida die Folge eines Tiefdruckgebietes, das klate Luft aus den nördlichen Gefilden brachte. Die Temperatur fiel vorallem Nachts kräftig ab. Praktischer Weise hatte uns Mike aus Marathon hier in seine Ferienwohnung eingeladen. Die eine Nacht Winter konnten wir so sehr angenehm überbrücken. Morgens gabs dann noch eine typisch amerikanische “Breakfastpizza”. Nicht die Art Pizza, die am Vorabend übriggeblieben ist und morgens aus Faulheit gefrühstückt wird, sondern eine frisch aufgebackene Pizza mit Rührei, Zwiebeln, Käse und “Pepper Gravy Sauce”. Danke Mike!

Noch ein Boardwalk

Wir konnten es nicht lassen und sind in Fort Myers einen weiteren “Boardwalk” durch Sumpflandschaft gewandert. Der “Six Miles Trail” macht eine große Runde durch die Sümpfe von Fort Myers. Obwohl wir schon einige “Boardwalks” gewandert waren, blieb es doch jedes Mal abenteuerlich. Auf einem Anleger im angrenzenden See lag ein riesen Aligator mit weit geöffnetem Maul und schien daruaf zu warten, dass sich ein Vogel auf seine Zunge zur (letzten) Ruhe setzt. Ein kräftiges Rascheln im Gebüsch nur ein paar Meter von uns entfernt lässt uns still stehen und in die Wildnis starren. Ein Aligator? Etwas Haariges kommt aus dem Gebüsch. Vielleicht tatsächlich der Florida-Panther. Vom Aussterben bedroht gibt es nur noch sehr wenige hier. Doch der Panther grunzt und entlarvt sich als wohl bekanntes Wildschwein. Ein Parkranger erklärt uns, dass die Wildschweine aus Europa eingführt wurden, damit man sie auch hier jagen kann. Dumm nur, dass sich das Wildschwein rasendschnell verbreitet und die heimeische Flora bedroht. Das war also keine gute Idee. Auf ähnliche Art und Weise ist auch das “Lionfish” und das “Python” Problem entstanden. Jährlich gibt es dazu übrigens einen Wettbewerb, wer die größte Python findet und tötet…

 

Menschen leeres Lovers Key

Wir fahren auf die Insel “Estero Island”, die vor Fort Myers liegt und den eigentlichen Strand “Fort Myers Beach” beherbergt. Kaum über die große Brücke vom Festland auf die Insel gefahren geht es hier ab wie am Ballermann auf Mallorca. Eine Bar und Diskothek neben der nächsten. Abends erstrahlt alles in buntester Partybeleuchtung. Wir fliehen richtung Süden. Es wird mit jeder Meile ruhiger. Die Nächste Brücke bringt uns über den “Big Carlos Pass” auf “Lovers Key”. Der Gleichnamige Nationalpark ist berühmt für seinen naturbelassenen weißen Sandstrand. Wir parken am Nordeingang. Dort brauchen wir nicht, wie am Haupteingang 8$ für unseren Camper zahlen. Wir spenden stattdessen 4$ für den Erhalt des Nationalparks in eine Spendenbox. Abseits des Partytrubels tauchen wir auf Lovers Key in ruhige (fast) menschenleere Natur ein.

Viel Trails für Bewegungsdrang

Wir haben irgendwie Bewegungsdrang und wandern sofort nach dem kurzen “Eagle Trial” noch den großen “Black Island Trail”. Das Wetter ist perfekt um im Jungel zu wandern. Sonnig, aber windig und nicht zu warm. Von den angepriesenen Wildtieren sehen wir zahlreiche Vögel und Eichhörnchen. Manatees Delfine und Schildkröten blieben uns heute leider verwehrt. Wenigstens machten wir auch keine nähere Bekanntschaft mit den Aligatoren, vor denen diesmal ausdrücklich auf Schildern gewarnt wurde. Den Rückweg dehnten wir noch etwas aus und wanderten einen Bogen entlang der Küste um den Sonnenuntergang abzubekommen. Tatsächlich, und sehr zur Freude meiner Frau, hatten die Delfine scheinbar den selben Plan. Nicht weit vom Ufer konnten wir bei einem malerischen Sonnenuntergang zahlreiche Delfine beobachten.

Soziale Delfine?

In der Bucht von “Lovers Key” konnten wir erneut Delfine aus nächster Nähe beobachten. Da es mir nicht nah genug sein konnte, schnappte ich mir mein Surfboard und paddelte zur Stelle wo die Delfine schwammen. Ein Delfin tauchte nur ein paar Meter vor mir auf. Doch scheinbar wollten die Delfine lieber unter sich bleiben, denn das war sodann auch der einzige Delfin den ich so nah zu sehen bekam. Nach mehreren Minuten des Wartens und des Delfingeräusch immitierens, paddelte ich gegen die Strömung zurück. Wenigstens war es dank der Strömung ein sehr gutes Workout. Kaum war ich am Ufer, sprangen die Delfine wieder fröhlich durchs Wasser. Von wegen soziale Tiere. Ganz schön miese Art mich einfach auszuschließen.

Weihnachtstemperaturen

Die Temperatur ist leider auch die nächste Nacht noch relativ kalt, aber die Heizung unseres Wohnmobils funktioniert super und heizt unseren kleinen Wohnraum schnell angenhem auf. Auch wenn es sich bei unserer Heizung um eine elektrische Standheizung mit unverwechselbarem Lüftergeräusch handelt und nicht um einen Ofen mit knisterndem Kaminfeuer, kommt bei den Temperatur doch tatsächlich etwas Weihnachtsstimmung auf. Hoffentlich hält sich die Wärme lang genug.

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