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Der Hooverdam in der Wüste Nevadas

Das war dann auch schon die Zeit in Arizona. Wir überqueren den Colorado River und fahren in den nächsten Bundesstaat Nevada hinein. Arizona, der “Grand Canyon State”, hat neben dem Grand Canyon aber noch einiges mehr zu bieten. Wir waren froh den Tipp vom Horseshoe Bend bekommen zu haben. Von der South Rim des Grand Canyon fahren wir von 8000 Metern Höhe hinunter Richtung Las Vegas. Mit jedem Höhenmeter den wir hinunter fahren wird es wärmer und wärmer. Wenn wir beim Fahren die Hand aus dem Fenster halten, fühlt sich der Wind an, als käme er direkt aus einem Föhn. Und dabei neigt sich der Tag bereits dem Ende.

Die schönsten Stellen in Nevada liegen am Wasser

Wir übernachten bei einem echten Geheimtipp. 15 Minuten fahren wir über einen Schotterweg namens Telephone Cove Road vom Highway 163 weg durch die trockene Wüste, bis wir das Ufer eines Sees erreichen. Es ist zwar schon dunkel, aber auch andere Camper sind noch im Wasser. Es scheint die einzige wirkliche Möglichkeit zu sein sich hier etwas abzukühlen. Vor allem für unseren Sohn ist es einfach zu heiß. Er schläft noch immer nicht obwohl es mittlerweile längst Schlafenszeit wäre. Wir stürzen uns zu dritt in den See, um gegen die Hitze anzukämpfen. Der See verläuft lange ganz flach, so dass wir uns entspannt auf den Rücken ins Wasser legen und die Sterne beobachten können. Es ist Mitternacht und immer noch 30°C. Es weht kein Wind. Abgesehen von der Hitze ist der Spot allerdings super. Und jeder andere Spot ohne Wasser wäre bei den Temperaturen einfach nicjt ertragbar.

Mensch und Tier kommen alle zum Wasser

Offensichtlich sind wir nicht die einzigen, die dem Wasser gefolgt sind. Ein paar Camper haben sich entlang des Ufers ebenfalls niedergelassen. Von einem Camper hören wir bereits die Klimaanlage. Das werden wir wohl auch zum schlafen machen müssen. Trotz des Generators hören wir plötzlich wie ein Rudel Coyoten laut Heulend und lachend nur unweit an uns vorbei zieht. Sehr spannend. Unser Sohn zeigt aufgeregt in die Richtung, wo die Geräusche herkommen. Vermutlich wollen sich die Coyoten auch im See abkühlen gehen.

Es geht nachts nicht ohne Klimaanlage

Die einzige Chance bei der Hitze zu schlafen ist tatsächlich die Klimaanlage. Wir sind bisher noch immer ohne ausgekommen, aber hier lassen wir sie die ganze Nacht laufen. Wir haben dabei zwar ein etwas schlechtes Gewissen, weil der Generator für den Strom nach außen ein recht lautes Arbeitsgeräusch abgibt und andere Camper stören könnte. Aber es geht einfach nicht anders.

Ein bekannter Geheimtipp

Am nächsten Morgen Stellen wir fest, das der Geheimtipp bei den Einheimischen gut bekannt ist. Bereits um 10 Uhr ist die Uferlinie vollkommen mit Autos dicht an dicht zugeparkt. Alle haben ihre Pavillons direkt am Wasser aufgebaut. Manche sitzen sogar mit ihren Klappstühlen direkt im flachen Wasser und trinken in nasser Runde ihren Frühstückskaffee. Die Menschen haben sich scheinbar an die Temperaturen hier angepasst. Das Seeufer füllt sich stetig weiter mit Badegästen. Hinzukommen riesige Gummi-Enten, Schwimminseln, Jetskis und Boote. Hier finfet das Leben einfach vollständig im Wasser statt. Laute Musik dröhnt aus den Pavillons und gegen Mittag werden bereits die ersten Grills befeuert. Wir fühlen uns, wie auf einem Jahrmarkt. Auch wenn wir gerade nicht ganz die Einsamkeit und Ruhe bekommen, die wir sonst so gerne haben, entscheiden wir uns dazu den ganzen Tag hier im Wasser zu verbringen. Wir haben schlicht keine Lust bei dieser Hitze nicht am Wasser zu sein.

Spontane Übernachtung

Wir wollen uns den Sonnenuntergang am Hooverdam anschauen. Ein toller Plan, doch der Hooverdam schließt leider bereits um 17 Uhr. Am Security Checkpoint werden freundlich auf den nächsten Tag ab 7 Uhr vertröstet. Wir übernachten einfach auf dem nahe gelegenen Aussichtspunkt “Lake Mead Overlook” und genießen unseren Sonnenuntergang hier. Natürlich müssen wir nachts wieder die Klimaanlagen laufen lassen. Wir hatten noch die Hoffnung, dass wenigstens auf der Anhöhe des Aussichtspunktes ein wenig Wind wehen würde, doch auch hier herrscht Windstille und die stehende Hitze ist einfach unerträglich.

Zu Fuß von State zu State

Mit einem ganzen Tag Verzögerung erreichen wir nun doch den Hooverdam. Wir fahren von Nevade kommend über den Hooverdam zu den kostenlosen Parkplätzen auf der anderen Seite in Arizona. Jetzt müssen wir zwar bis Nevada laufen, aber für die 5 Minuten Fußweg sparen wir die 10$ Parkgebühr und kommen an guten Fotoshots vorbei. Der Hooverdam ist einfach riesig. In der Mitte des Hooverdam stehend, lassen wir unseren Blick die steile Staumauer hinunter schweifen, wo tief unten der Colorado River durch die schmale Schlucht des gigantischen Black Canyon fließt. Nicht minder spektakulär verläuft die Highway-Brücke in schwindelerregender Höhe von der einen Seite des Canyon zur gegenüberliegenden. Gleich zwei gewaltige architektonische Meisterleistungen an einer Stelle.

Powerplant Tour in den Hooverdam

Allein der Eintritt ins Visitor Center kostet 10$, so dass wir uns für die geführte “Powerplant Tour” für 15$ entscheiden, die den Eintritt ins Visitor Center bereits beinhaltet. Beim Security Check werden uns von einer äußerst akribischen Mitarbeiter leider erstmal die Brezeln für unseren Sohn weggenommen. Man darf ohne Ausnahme kein Essen mit hinein in den Hooverdam nehmen. Hoffentlich hält der Kleine so lange durch. Nach einem kurzen Einführungsvideo im Kino des Visitor Centers, fahren wir mit dem Aufzug hinunter bis zum Grund des Hooverdam. Durch niedrige felsige Gänge wandern wir zu einem Raum, der uns die immens großen Rohre zeigt, durch die die Wassermassen zu den Generatoren geleitet werden. Die Gänge hier unten sind definitiv nichts für Menschen mit Klaustrophobie. Durch die gleichen Gänge geht es zum eigentlichen Generatorraum, wo die 8 gigantischen Turbinen gerade Strom für LA produzieren. Warum auch immer kommt der Strom für Las Vegas nicht von hier, erwähnt unser Guide. Die Führung dauert nicht lange, ist aber sehr interessant, weil unser Guide alles gut erklärt. Hinterher fahren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach ganz oben und enden im Visitor Center, wo wir uns in aller Ruhe über das eben gesehene noch besser einlesen können. Uns war vorher gar nicht bewusst, dass die Stromproduktion des Hooverdam eigentlich “nur” eine positiver Nebeneffekt ist. Das primäre Anliegen des Hooverdam ist die konstante Wasserversorgung der umliegenden Wüstenregionen sicher zu stellen und katastrophale saisonale Überschwemmungen zu vermeiden. Wir könnten noch lange im Visitor Center mit den tollen Ausstellungsstücken, Modellen und Hinweistafeln verbringen, nur leider will unser Sohn jetzt so langsam seine Brezeln… Aber es wird eh mittlerweile Zeit nach Las Vegas aufzubrechen.
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