Wie hoch sind die Lebenskosten im Wohnmobil?

Die Lebenskosten hängen natürlich stark vom persönlichen Lebensstil ab und mit wie vielen Personen man reist. Wir sind mit 2 Erwachsenen und einem Baby für 6 Monate mit dem Wohnmobil durch die USA gereist. Und haben recht sparsam gelebt.

Teure Mietpreise für Leih-Wohnmobile

Wie bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt ist es für so eine lange Zeit besser einen gebrauchten Camper zu kaufen, statt einen zu leihen. Für einen Standard 25 Fuß Camper ohne viel Luxus zahlt man in Florida bereits um die 1300$ pro Woche. Also mehr als 5000$ pro Monat. Das würde die Lebenskosten natürlich drastisch in die Höhe treiben.

Hohe Startkosten durch den Kauf eines Wohnmobils

Der Kauf eines Wohnmobils bringt natürlich eine enorm hohe Startzahlung mit sich. Denn auch für ein vernünftiges gebrauchtes Wohnmobil, was nicht zu alt ist, muss man noch ca. 40.000€ berappen. Sicherlich kann man nach ausgiebiger Suche das ein oder andere günstigere Modell finden, aber diese sind dann meistens über 10 Jahre alt und dürften langsam mit Verschleißerscheinungen aufwarten, die einem dann neben Geld auch noch viel Zeit und Mühe kosten werden.

Startausrüstung nicht unterschätzen

Zu den Fixkosten des Wohnmobils kommen dann noch Kosten für die Einrichtung und Ausstattung. Es Bedarf an Geschirr, Besteck, Pfannen und Töpfe, Bettwäsche, Decken, Kissen, Putzzeug, Handtücher, Strandequipment, etc. Das kann sich dann auch mal schnell auf 500$ belaufen. Sollte man ein Wohnmobil mieten fallen diese Kosten mehr oder weniger trotzdem an, weil der Anbieter das Equipment nicht inkludiert hat, oder gegen eine hohe Zusatzgebühr verleiht. Neben dem Kosten für die Ausstattung ist der Zeitliche Aufwand nicht zu vergessen. Es Bedarf doch schon etwas Zeit, bis man alles beisammen hat.

Und wenn man sich vollständig ausgerüstet hat, kann man mit folgenden laufenden Lebenskosten rechnen:

Monatliche Lebenskosten für 2 Personen

Die Kosten pro Person werden vermutlich leicht fallen, wenn man mit mehr Personen reist, da viele Kostenpunkte, wie zum Beispiel Sprit, Versicherung oder mobiles Internet nicht abhängig von der Personenzahl sind und sich so auf die Reisenden günstig umlegen lassen. Wohin gegen die Kosten für einen allein Reisenden vermutlich nur geringfügig niedriger ausfallen dürfen, als für 2 Reisende.

KFZ-Versicherung 25-60$/mtl.

Die KFZ Versicherung ist Pflicht! Man kann jedoch den Umfang deutlich reduzieren und z.B. nur die Übernahme der Schäden, die man an anderen Autos, Personen und Gegenständen verursacht abdecken.

Propan 30-40$/mtl.

Eine Gallone Propan kostet zwischen 3$ und 5,50$. Wir mussten ein bis zweimal im Monat unseren Propan Tank auffüllen lassen.

Handy 35-55$/mtl.

Die Preise für Mobilfunk und mobiles Internet sind im Vergleich zu Deutschland, wo man für 10€ eine All-Net-Flat mit 10Gb bekommt, deutlich höher. Das günstigste, was wir finden konnten ist eine SIM-Karte, die man in sein SIM-lock freies Handy einsetzten kann. Man hat keine Vertragsbindung und kann jeden Monat nach bedarf und Budget aufladen. Für 35$ bekommt man Telefon/SMS Flat und 2 Gb Highspeed Internet. Für 45$ sind es dann 10Gb und für 55$ bekommt man unbegrenztes Highspeed Internet. Wir waren schon darauf angewiesen immer mal wieder telefonieren zu können und 2 Gb waren etwas knapp, so dass wir uns häufig für die 10Gb Variante entschieden haben. Aber manchmal haben wir auch eine Woche gewartet, bis wir die Karte wieder für einen Monat aufgefüllt haben um Geld zu sparen.

Dumpen 10$-50$/mtl.

Unser Abwasser mussten wir etwa 2 mal pro Monat ablassen. Jedes Dumpen kostet zwischen 5$ an Camper freundlichen Tankstellen bis zu 25$ an Geld gierigen RV Parks. Wir versuchten möglichst nach dem Strand die Strandduschen zu nutzen und wenn möglich öffentliche Toiletten zu benutzen, die in den USA häufig vorkommen und stets sehr gut gepflegt sind.

Wäsche waschen 20$/mtl.

Alle zwei Wochen haben wir einen Campingplatz oder ein Münzwaschcenter (Coin Laundry) angesteuert. Insgesamt haben wir dort meistens für ca. 10$ gewaschen und den Trockner benutzt. Wichtig ist es sein eigenes Waschmittel mitzubringen, da dieses vor Ort sehr teuer verkauft wird.

Sprit 250$/mtl.

Der monatliche Preis für Sprit hängt stark davon ab wie viel man letztlich fährt. Wir sind monatlich etwa 1.000 Meilen gefahren bei 10 Miles per Gallon ist das ein monatlicher Verbrauch von 100 Gallonen. Der Spritpreis für eine Gallone variierte von 2,30$ bis 2,70$. Im Mittel also etwa 2,50$. Das macht monatliche Kosten von 250$ pro Monat. Wer weniger fährt, zahlt auch weniger.

Wartung des Wohnmobils 30-50$/mtl.

Wie die Spritkosten sind auch die Wartungskosten stark vom Fahrpensum und dem Fahrverhalten abhängig. Einen Großteil der Wartung kann und sollte man durchaus kostengünstig selber übernehmen (z.B. Kühlschrank warten, Ölstand, Reifendruck, etc.). Dennoch darf man die Kosten für Ölwechsel, Bremsentausch und Inspektion nicht vernachlässigen. Ein “Fullservice” sollte nach 4000 – 6000 Miles gemacht werden und kostet ca. 160$ Die Bremsen sollte man nach ca. 30.000 Miles für ca. 300$ wechslen und jährlich checken lassen. Größere Reperaturen können natürlich jeder Zeit anfallen, aber das wollen wir hier nicht mit einrechen und sollte bei einem Fahrzeug, das jünger als 10 Jahre ist hoffentlich nicht eintreten.

Frischwasser 0$/mtl.

Das Frischwasser kann man an Tankstellen und Dumpinstationen umsonst auffüllen.

Strom 0$/mtl.

Der Boardstrom wird durch das Fahren produziert und reichte uns in der Regel vollkommen aus. Auf Campingplätzen und RV-Parks ist bei einer Übernachtung eigentlich immer ein Stromanschluss inkludiert, so dass man praktisch keine Stromkosten hat. Wer lange Zeit an einem Ort abseits von Campingplätzen verweilen möchte, sollte über die Installation einer PV-Anlage nachdenken, die Strom erzeugt ohne, dass man regelmäßig weiter fahren muss.

Essen und Trinken 300$-450$/mtl.

Dank der eigenen Küche kann man sehr günstig selber Kochen. Schätzungsweise brauche wir 3$ pro Frühstück und 7$ pro Abendessen, also 10$ pro Tag zu zweit. Wenn wir jemanden dafür bezahlen uns das Essen zu Kochen, müssen wir dafür meistens verhältnismäßig günstige 10-15$ für uns beide bezahlen.

Übernachtungen 100$-600$

Die Preise für Übernachtungen auf Campingplätzen und RV-Parks variieren Stark. In beliebten Regionen liegen die Preise bei 30 bis 40$ pro Nacht, in abgelegenen (nicht unbedingt aber weniger schönen) Gebieten zahlt man schon mal nur 15 bis 20$ die Nacht und in Key West muss man bis zu 150$ und sein letztes Hemd berappen… Auf Parkplätzen von Walmart und Homedepot etc. kann man häufig ungestört eine Nacht umsonst übernachten. Es bietet sich an in regelmäßigen Abständen (mindestens 1x pro Woche) auf einem Campinglatz zu übernachten um dort in einem auch die Dumpingstation kostenlos nutzen zu können und Frischwasser auf zu füllen. Dazu bieten Campingplätze für Kunden kostengünstige Waschmaschinen.

Maut und Parkgebühren 0$-20$/mtl.

Die meisten Parkplätze sind kostenfrei. Lediglich in Ballungsgebieten sind die Parkplätze ganz nah am Strand schon mal Gebührenpflichtig. Die Interstates und Highways können ebenfalls kostenfrei genutzt werden. Es gibt jedoch gebührenpflichtige Schnellstraßen (in Florida “Turnpike” genannt) und gesonderte Spuren (“Priority Lanes”), dessen “Potential” man jedoch mit einem Wohnmobil sowieso nicht ausschöpfen kann. Das Geld kann man sich wirklich sparen. Man sollte jedoch vermeiden zur Rushhour zu fahren.

Total

In der Summe kommt man demnach auf monatliche Lebenskosten zwischen 550$ und 1.345$ zzgl. 250$ Sprit für 1.000 Miles. Sparfüchse, die kein Problem damit haben bei Walmart zu übernachten schaffen es bestimmt noch unter 800$ Lebenskosten und Liebhaber von Luxus und festen Campingplätzen können durchaus Lebenskosten von über 1.600$ erreichen.

Auf eine gute Budgetplanung kommt es an

Unserer Meinung nach unterscheiden sich die Lebenskosten im Wohnmobil gar nicht zu sehr von den Lebenskosten zu Hause und man kann selber sehr viel dafür tun die Lebenskosten möglichst gering zu halten. Ein guter Überblick über die Ausgaben, den Verbrauch und das eigene Budget sind daher sehr wichtig.

Wir hoffen ihr habt hierdurch eine grobe Idee über die Lebenskosten im Wohnmobil inden USA bekommen und ihr könnt euer Abenteuer nun finanziell besser planen.

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