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Endlos Wandern in den Rocky Mountains

Der Rocky Mountains Nationalpark hat mehrere Eingänge. Wir fahren durch den östlichen “Beaver Eingang” hinein. Der Eintritt hätte uns ohne Jahreskarte 20$ gekostet. Es ist mittlerweile Zeit unser Abwasser abzulassen, also entschließen wir uns dazu auf dem Campingplatz im Rocky Mountain National Park zu übernachten. An der Pforte nennt man uns den stolzen Preis von 26$ pro Nacht. Heiße Duschen gibt es hier jedoch nicht. Ein Stromanschluss oder Wasseranschluss wäre auch nicht mit inbegriffen. Und leider bekommen wir hier auch nicht die 50% Rabatt unserer Jahreskarte. Warum auch immer… Uns ist das zuviel für eine bloße übernachtung. Wenn gleich der Campingplatz wirklich schön gelegen ist und als Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege dient. Der Freundliche Ranger erlaubt uns aber kostenlos unser Abwasser abzulassen und danach werden wir einfach einen günstigeren Stellplatz außerhalb des Rocky Mountains National Parks für die Nacht suchen.

Eine gesegnete Nacht

Nachdem wir unsere Abwassertanks geleert haben, kommt der freundliche Ranger mit einer äußerst erfreulichen Nachricht zu uns. Ein Stellplatz, der reserviert war und bereits bezahlt ist, wurde kurzfristig gecancelt, so dass wir auf diesem Platz umsonst übernachten dürfen. Wir sind heilfroh, erspart uns das doch etliche Fahrerei. Gott sei Dank! Wir schlafen herrlich ruhig auf unserem gesegneten kostenlosen Stellplatz und fahren am nächsten Morgen früh hinauf zum “Bear Lake”, von wo aus viele Wanderrouten durch den Rocky Mountain Nationalpark verlaufen. Leider übersehen wir ein Schild, dass darauf hinweist, dass Fahrzeuge die länger als 21 Fuß sind auf dem unteren Park-and-Ride-Parkplatz parken sollen. Oben am Bear Lake Parkplatz werden wir so dann von einem Ranger freundlich wieder hinunter geschickt. Vom Park-and-Ride-Parkplatz fährt alle 15 Minuten ein Shuttlebus, der uns und viele andere Wanderer kostenlos bis zum Bear Lake hinauf chauffiert.

Über die Alternativroute zu Alvin

Unser eigentlicher Plan, war es mal wieder einen Gipfel zu ersteigen. Vor allem nachdem wir den Gipfel des Pikes Peak nicht erreichen konnten. Der Flat Top Mountain war daher das Ziel unserer Begierde. Doch ein Ranger rät uns davon ab, wil die Wanderwege durch heftige Schneefälle vollkommen zu geschneit sind. Das hätten wir ende Mai nicht erwartet. Wir entscheiden uns eine 12 km lange alternative Route entlang zahlreicher Seen und Wasserfälle zu machen. Klingt jedenfalls auch viel versprechend. Die Entscheidung für die Alternativroute, bereuen wir nicht. Lange Zeit läuft der Wanderweg direkt entlang eines Flusses, an dem wir uns häufiger niederlassen um einfach das Rauschen des Wassers zu genießen. Am Alberta Falls, einem spektakulären Wasserfall, begegnen wir Alvin. Alvin ist ein Chipmunk und steht anscheinend total auf Käsecracker.  Er scheut nicht mal davor zurück unserem Sohn die Cracker aus der Hand zu klauen. Unser Sohn hat großen Gefallen daran gefunden sein Essen mit Alvin zu teilen und streckt dem kleinen Chipmunk nach und nach sein gesamtes Lunchpaket hin. Wir freuen uns über die vielen tollen süßen Fotos und Videos. Doch später erfahren wir, dass es für die Tiere besser ist, sie nicht zu füttern. Menschliches Junkfood scheint auch für Tiere nicht gut zu sein und die Gewöhnung an den Menschen kann die Tiere ebenfalls in Gefahr bringen erklärt man uns. Das war dann wohl das letzte mal, dass wir dachten den putzigen Tierchen durch Füttern etwas Gutes zu tun.

Das ist nicht einfach irgendein Loch

Vorbei am Alberta Falls und nach einigen Höhenmetern erreichen wir den Lake Loch. Hier oben müssen wir sogar einige Meter über rutschigen Schnee überwinden. Vom Ufer des Sees aus bietet sich uns ein wahnsinniges Panorama auf die brachialen Berge. Der kreativlose Name “The Loch” spiegelt in keinster Weise die Schönheit des Sees und seiner umliegenden Berglandschaft wieder! Unser Picknick am See wird jedoch von einem starken kalten Wind und bedrohlich dunklen Wolken vorzeitig beendet. Wir entscheiden uns nicht weiter zu den Timberline Falls zu wandern, sondern umzukehren und die Wanderung entlang der Seen “abzurunden”. Richtung Lake Haiyaha geht es nun plötzlich wieder weiter nach oben. Vielleicht hätten wir doch den selben weg zurück gehen sollen, den wir gekommen waren? Aber das wäre ja langweilig und laut Karte sollten wir so einen schönen Rundweg hinbekommen. Unser Einsatz wird mit einer Wahnsinnig tollen Aussicht entlang eines unglaublich abenteuerlichen Wanderweges belohnt. Über Holzstämme und Steine überqueren wir immer wieder kleinere Bäche und breitere Flüsse.

Wer hätte das wissen können?

Mittlerweile verschlechtert sich das Wetter. Es beginnt wie aus Eimern zu hageln. Wenigstens werden wir davon nicht nass. Doch auch der Weg wird hier immer matschiger, so dass wir mittlerweile zumindest nasse Füße bekommen haben. Schlimmer als die Nässe macht uns dann später noch der Schnee zu schaffen, der ganze Abschnitte des Wanderweges so unzugänglich macht, dass wir sie auf allen Vieren abkrabbeln müssen. Durch tolle Teamarbeit erreichen wir den vorletzten See, den Dream Lake, ohne einen Sturz, aber mit einem gekonnten Spagat. Und Schlussendlich kommen wir auch noch entlang dess kleinen Nymphen Lake. Alle Seen liegen einfach malerisch in der Berglandschaft. Trotz des schlechten Wetters, der nassen Füße und der teilweise arg kritischen Beschaffenheit des Wanderweges, war es eine wunderbare Wanderung, die wir nicht bereuen können. Das einzige was wir bereuen, ist dass wir keine Wanderschuhe hatten. Denn auch auf dieser einfacheren Route sind immer noch teilweise die Wanderwege verschneit und vernünftige Wanderschuhe wären ein riesen Vorteil gewesen gegenüber unseren Sneakern. Nächstes Mal werden wir Wanderschuhe im Gepäck haben. Wieder am Trailhead angekommen fällt uns sodann auch der Warnhinweis für Festes Schuhwerk und die Empfehlung für zusätzliche Schneeschnallen auf. Wer lesen kann ist klar im Vorteil…

Bärenstarke Überraschung

Den Bus hinunter zum Park and Ride, verpassen wir natürlich, weil ich unbedingt noch unseren Sohn im Schnee spielen lassen möchte. Immerhin müssen wir ihn ja vorbereiten auf die kalte Winterzeit in Deutschland. Das kennt er doch noch gar nicht. Erneut Gott sei Dank kommt ein älteres Ehepaar und bietet uns eine Fahrt hinunter an. Welch eine gesegnete Zeit im Rocky-Mountain-Nationalpark. Danke Tom und Cindy. Das einzige was jetzt noch in den Rocky Mountains gefehlt hätte, wäre es Bären in freier Wildbahn zu sehen. Und kaum hatte meine Frau diesen Wunsch geäußert fahren wir auf der Straße in eine Stelle, wo zig Autos an der Straße geparkt stehen und Menschen hektisch mit Fingern und Digitalkameras in eine Richtung zeigen. Wir entdecken sofort worauf hier alle Augen gerichtet sind. Zwei Bären tollen nicht weit von der Straße auf der Lichtung herum. Wir reihen uns in die seitliche Auto Schlange ein, schnappen unsere Kamera und können unser Glück kaum glauben. Mit den anderen Schaulustigen mutmaßen wir, dass es sich um die Bären Mama mit ihrer Tochter handelt, weil die beiden so süß auf der Wiese spielen. Wir bekommen allerdings etwas später den eindeutigen Beweis, dass es sich hierbei definitiv um ein erwachsenes Männchen und Weibchen handelt…

Kostenloser Stellplatz

Wir verlassen den Rocky Mountains Nationalpark wieder Richtung Osten, aus der wir gekommen waren, um morgen bei helllichtem Tag die Rocky Mountains Richtung Westen zu überqueren. Diese herrliche Berglandschaft wollen wir nicht nachts durchqueren und uns die Aussichten entgehen lassen. Im angrenzenden Dorf Estes Park finden wir ganz versteckt einen kleinen Parkplatz auf dem es nicht verboten ist zu übernachten. Einfach gesegnet hier!

Wunderschöne Überfahrt

Wir könnten hier vermutlich noch Tage in den Bergen wandern, doch so langsam müssen wir uns weiter Richtung Westen bewegen. Diesmal fahren wir über den River falls Eingang in den Rocky Mountains Nationalpark hinein. Etwas Abwechslung muss sein. Auch wenn wir die Rocky Mountains nur überquären wollen müssten wir ohne Jahreskarte dafür wieder 20$ Eintritt zahlen. Die Überfahrt wäre aber auch die 20$ wert gewesen. Wir halten so ziemlich an jeder Ausbuchtung um den Ausblick zu genießen und ein paar Fotos zu schießen. Am Beawer Pond halten wir ausschau nach Bibern – sehen aber leider keine. Am Rainbow Curve können wir gar nicht genug Foto schießen und treffen wieder auf einen kleinen Chipmunk der absolut nicht scheu ist und sogar auf unseren Schoß krabbelt um nach Futter zu fragen. Wir beliebn hart und geben ihm nichts. Von einer weiteren Ausbuchtung aus verläuft der Ute Trail über die Berghöhen bis hinunter zum Campingplatz. Wir wandern den Ute Trail ein wenig entlang und besteigen einen angrenzenden Gipfel. Zeit für ein 360° Panorama. Ein Murmeltier posiert entspannt auf einem Felsen und warte nur darauf von uns fotografiert zu werden. Wir sind erstaunt , wie nah wir an das Murmeltier heran gehen können ohne dass es die Flucht ergreift. Unser Sohn ist außer sich vor Aufregung. Aber irgendwann fühlt sich das Murmeltier dann doch in seiner Privatsphäre gestört und vergrößert flink den Abstand zu uns.

Dinner bei Sonnenuntergang in den Bergen

Die Tageszeit ist wie so oft mal wieder weit voran geschnitten und wir entschließen uns dazu vom Forrest Canyon Overlook den Sonnenuntergang beim Abendessen in den Bergen zu genießen. Den Rest der Strecke müssen wir dann leider im Dunkeln zurücklegen, aber der Sonnenuntergang war es wert. Übernachten können wir, www.campendium.com sei dank, kostenlos und ruhig mitten im Wald in der Nähe des Grand Lake.

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