Lonley Lorenzo Canyon

Auf unserem Weg von den weißen Dünen White Sands zu Albuquerque (Breaking Bad Town) wollten wir einen Zwischenstopp im Lorenzo Canyon einlegen, um uns bei einer Wanderung die Füße zu vertreten.
Auf www.campendium.com fanden wir einen kostenlosen Übernachtungs Spot, der sogar mitten im Lorenzo Canyon liegen sollte. Klingt schon mal sehr interessant. Die Bilder sahen umwerfend aus und die Reviews der Besucher klangen überzeugend. Leider soll der Weg dorthin sehr unwegsam sein und es wurde ein Gefährt mit Allradantrieb wärmstens empfohlen. Weil uns jedoch die Idee, in vollkommener Abgeschiedenheit zu campen so sehr gefiel, entschieden wir uns es auch ohne Allradantrieb zu probieren.

Der sandige Weg durchs Flußbett

Wir nahmen eine Namenslose Abfahrt vom Highway, musst noch ein bisschen parallel am Highway entlang fahren, um dann durch eine sehr schmale und niedrige Unterführung den Highway zu queren. Die Clarence lag bei 14 Fuß und 4 inch, was für unser Wohnmobil mit 13 Fuß 5 inch locker ausreichen sollte. Dennoch erwarteten wir jederzeit, dass die Klimaanlage gleich vom Dach abgerissen wird und hinterm Wohnmobil zerschellt. Mit der Breite passt das auch gerade so. Durch die fehlende Angabe der Breite, Vertrauen wir unserem Augenmaß und fahren vorsichtig auf Gehör weiter.
Der Weg wandelt seine Beschaffenheit kurz danach von fein asphaltiert zu groben Schotter. Es gab so viele  Unebenheiten, dass wir nur mit maximal 10 miles pro Stunde fuhren, weil sonst das mobil zu stark durch geschüttelt wurde. Wir hatten Angst, dass unser Wohnmobil durch die starken erschütterungen einfach auseinander fallen würde. Und als wäre der Weg nicht schon primitiv genug gewesen, verlief dieser später direkt in den Canyon hinein und bestand ab hier nur noch aus, von vorherigen Fahrzeugen plappt gedrückten Sand. Wir hatten große Sorge uns fest zu fahren. Doch alles ging gut. Bis auf den Wasserhahn, der durch die Erschütterung von alleine anfing  Wasser  in vollem Umfang  zu sprühen. – Und das leider neben das Waschbecken. So wurde der Boden wenigstens mal ganz ordentlich sauber gemacht.

Campingspot mitten im Lorenzo Canyon

Wir sind das Flussbett bis tief in den Canyon hinein gefahren. An einer Gabelung verliert der Weg weiter tiefer in den Canyon hinein seine Festigkeit, so dass wir unser Lager im Seitenarm aufschlagen, der kurz danach in einer Sackgasse endet.
Wie üblicherweise kamen wir kurz vor Sonnenuntergang an. Also nicht mehr viel Zeit mit Tageslicht übrig. Wir nutzen die übrig geblieben Zeit um Feuerholz zu sammeln und ein kleines Lagerfeuer, was meine Frau so gerne hat, vor zu bereiten. Schnell noch ein paar Steine im Kreis aufgehäuft und das Lagerfeuer ist bereit bei Dunkelheit angezündet zu werden.

Eine absolut herrliche Nachtruhe

Weit weg vom Highway und jeglicher Zivilisation war die Nacht herrlich ruhig. Die Sterne waren klar und deutlich sichtbar und durch das Licht der Sterne konnten wir am Himmel die Silhouette der Canyon Felsen sehen, die uns um Gaben. Legten wir Feuerholz nach, loderte das Feuer auf, so dass man die Riesen Felsen im Spiel des Lichtes bestaunen konnte. Schwächelte das Feuer ab, stand der klare Nachthimmel mit unzähligen Sternen im Fokus. Die Temperatur fiel in der Nacht angenehm ab. Es war deutlich kühler als am Tag, aber nicht zu kalt. Das Lagerfeuer diente daher weniger zum wärmen, als mehr der romantischen Stimmung. Leider hatten wir keine Alufolie für unsere Folienkartoffeln dabei. Nächstes Mal.

Wandern, Krachseln und Klettern

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Lorenzo Canyon zu erwandern. Wobei die Felsen durchaus auch zum Klettern einladen. Wir haben eine gekonnte Mischung aus wandern, Krachseln und klettern gemacht. Das Wandern durch tiefe Schluchten und das Krachseln auf hohe Gipfel mit grandioser Aussicht waren super. Das Klettern an den Wänden des Canyon war nur so lange freudig, bis ich in Sprung Höhe auf ein Wespennest traf. Die Wespen hier im Westen waren von meinem Besuch genauso wenig erfreut wie die Indianer vom Eindringen der Cowboys. Und da ich von der Anzahl her deutlich unterlegen war, zog ich mich mit einem Sprung zurück und brach meinen Eroberungsfelszug in die Felswände ab.

Alleine ohne Technik im riesen Sandkasten

Der Canyon bietet Schatten und angenehme kühle während der sonst so recht heißen Temperaturen. Hier durften wir auch unsere ersten Chipmunks sehen, wo mit wir gar nicht gerechnet hatten. Freudiger Weise sahen wir keine einzige Klapperschlange, mit deren Anwesenheit ich fest gerechnet hatte. Gut so. Handyempfang ist hier ebenfalls Fehlanzeige. Weder im Canyon noch auf den Gipfeln. Die Gegend hier ist sofern ab vom Schuss, dass man hier wirklich gar nichts hat. In den drei Tagen die wir hier verbracht haben, haben wir keine anderen Menschen gesehen. Reifen Spuren im Flussbett, abgebrannte Lagerfeuer Plätze und Inschriften in den Felswänden zeugen davon, dass wir nicht die ersten sind, aber derzeit die einzigen. Für unseren Sohn bietet der feine Sand des Flussbettes vom Canyon einen überdimensional großen Sandkasten. Mit Schaufelchen und Eimerchen kann er stundenlang das Fluss Bett umgraben.

Koordinaten zum Wiederfinden

Die Koordinaten von Google Maps für diesen tollen Camping Spot mitten im Lorenzo Canyon:
34,2440404 N, -106,9942721 W

One thought on “USA San Lorenzo Canyon

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