Ab in die Wüste von White Sands

Über den St. Augustine Pass haben wir uns von unseren Freunden in El Paso auf dem Weg nach White Sands gemacht. Vom St. Augustine Pass hat man einen tollen Ausblick über “White Sands” und das “Tularosa Basin”. Von hier aus könnten wir auf den “San Augustine Peak” wandern – sicherlich eine tolle Wanderung mit gutem Ausblick. Doch wir sind zu kaputt und entscheiden uns lieber für ein zweites Frühstück und genießen den Ausblick im sitzen. Die Weitsicht ist unglaublich. Wir können von hier aus Kilometer weit sehen. Das Land vor uns ist flach und von Bergen wie ein Becken umrahmt.

Die Wiege der Raumfahrt

Wir fahren zur “White Sands Missile Range” – der Wiege der Raumfahrt – wo alles begann. Ein kostenloses Museum mit erstaunlich vielen Ausstellungsstücken erklärt uns wie und warum hier alles begann. Angefangen nach dem 2. Weltkrieg mit der V2  wurden hier die ersten Raketen gebaut, weiter entwickelt und getestet. Viele Raketen und Flugzeuge konnten wir hier in Echt bestaunen. sehr cool. Um in das Museum hineinzukommen, muss man allerdings das Gelände der Air Force Base betreten. Dazu muss man einen Sicherheitscheck durchlaufen. Das kann je nach Länge des eigenen Strafregisters länger oder kürzer dauern.

Kostenloser Campingspot

Vom Raketentestgelände fahren wir weiter Richtung Norden. Weil wir leider etwas spät dran waren und das Übernachten im “White Sands National Monument” mit dem Wohnwagen leider nicht möglich ist, entschieden wir uns dazu dem Tipp eines Rangers zu folgen und 2 Miles weiterzufahren, um auf einem kostenlosen Campingspot zu übernachten. Dieser kostenlose Campingspot ist direkt an einer Airforce Base, an einem See gelegen (der allerdings nicht zum Schwimmen einlädt). Wir erleben einen wunderbaren Sonnenuntergang mit Spiegelung im See, können bei klarster Sicht unzählige Sterne beobachten und erleben eine herrliche Nachtruhe. Und das alles umsonst. Mit inbegriffen in der ruhigen Übernachtung sind tagsüber Flugshows. Mehrfach am Tag steigen hier von der Air Force Base Düsenjets auf und stellen ihre Flugkünste auf die Probe. Weil das ganze Gelände so weit außerhalb ist und weit entfernt von bewohnten Gebieten, dürfen die Jets sogar durch die Schallmauer brechen was ein paar Mal am Tag einen richtig lauten Knall gibt. Wir konnten neben Düsenjets mit waghalsigen Flugmanöver sogar ein Tankvorgang in der Luft beobachten – sieht man auch nicht alle Tage.

White Sands National Monument

Am nächsten Morgen haben wir uns dann früh zum White Sands National Monument aufgemacht, um den ganzen Tag in den Dünen verbringen zu können. Im Visitor Center vom White Sands National Monument  kann man sich vorher noch mal mit Wasser eindecken, denn sobald man das Tor zum Park durchfahren hat gibt es kein Wasser mehr. Ein Schild warnt extra davor. Außerdem kann man hier noch Snacks, Andenken und Schlitten kaufen. Schlitten? In der Tat ist es hier eine beliebte Freizeitaktivität mit Traktorreifen großen Plastikschüsseln die Dünen hinunter zu rutschen. Wir haben uns aber keine solche Plastikschüsseln gekauft, weil wir praktischer Weise ja noch unser Surfbrett dabei haben. Mal schauen ob das gut geht.

Unglaublich riesig und gefährlich

Das White Sands National Monument ist riesig und überall wird davor gewarnt,  dass man ja auch genug Wasser mitnimmt, wenn man auf die Wanderwege geht. Empfohlen wird uns zusätzlich regelmäßig Sonnenschutz aufzutragen, den Kopf mit einer Kappe zu schützen und eine Sonnenbrille zu tragen. So bald man die Dünen betritt weiß man auch warum. Der weiße Sand reflektiert die ohnehin schon starke Sonnenstrahlung und man hat das Gefühl bei Ober- und Unterhitze im Backofen zu stecken. Dabei ist der Sand selber angenehm kühl, weil er keine Wärme aufnimmt. Es ist wohl scheinbar auch schon mal vorgekommen, dass sich Menschen in den gleich aussehenden Dünen verlaufen haben und dann leider dort verdurstet und verstorben sind. Wir haben deshalb gleich zwei voll aufgeladene Handys mit GPS dabei und planen stets auf den markierten Wegen zu bleiben um uns dieses Ende zu ersparen.

Barfuß durch die Dünen

Allein die Fahrt mit dem Auto in die Dünen hinein über die “Dune Road” ist schon ein Abenteuer für sich. Wie sich die Dune Road durch die Dünen schlängelt. In den Dünen hat man die Wahl zwischen vier Wanderwegen mit verschiedenen Längen. Wir entscheiden uns zuerst einmal den nur 1,6 Meilen langen “Life-Trail” zu wählen. Erst mal klein anfangen. Die Beschilderung ist alles andere als optimal, aber regelmäßig befinden sich größere Tafeln mit interessante Informationen über die Lebenswelt der Wüste auf dem Weg. An diesen Tafeln konnte man sich auch von Weiten ganz gut orientieren. Es war eine nette kleine Runde um uns ein bisschen die Angst vor der lebensfeindlichen Wüste zu nehmen. Der Sand ist knalle weiß und reflektiert die Sonnenstrahlen vollständig, so dass man auf jeden Fall eine Sonnenbrille tragen muss. Und sich doppelt gut mit Sonnencreme und entsprechender Kleidung vor den Sonnenstrahlen schützen sollte. Dadurch, dass der Sand weiss ist und die Sonnenstrahlen gut reflektiert, nimmt er so gut wie überhaupt keine Wärme auf. So ist es super angenehm die Dünen Barfuß ohne Schuhe zu bewandern. Wir haben unsere Schuhe ausgezogen und an das Startschild gestellt. Als wir zurückkamen von unserer kleinen Wanderung haben es uns anscheinend viele Besucher gleich getan, denn das Schild war jetzt komplett von Schuhen umgeben. Wir suchen uns ein schöneres Paar Schuhe aus und machen uns auf den Weg zurück zum Wohnmobil. Wir haben noch lange nicht genug von dieser einzigartigen Landschaft und beschließen der Dünen Straße tiefer in die Dünen zu fahren um uns einen weiteren Wanderweg anzuschauen.

Zelten im Nirgendwo

Wir kommen entlang eines speziell für Rollstuhlfahrer angelegten Boardwalks, so dass auch Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, eine Runde durch die Dünen drehen können. Sehr cool gemacht! Daumen hoch. Als nächstes kommt der Campingplatz in den Dünen. Von diesem Parkplatz aus muss man noch ein Stückchen zu Fuß in die Dünen wandern und kann dann dort mit Zelt und Schlafsack in vollständiger Abgeschiedenheit in den Dünen campen. Sicherlich ein tolles Erlebnis. Mit unserem Wohnwagen können wir hier leider nicht übernachten. Auch wenn wir das sehr sehr gerne gemacht hätten. Wir fahren weiter zum Ende der “Dune Road”. Mittlerweile ist Die Straße nicht mehr asphaltiert. Wir fahren auf platt gepresstem Sand. Hätte man mir das vorher gesagt hätte ich vermutlich Angst gehabt mit dem Wohnmobil soweit in die Dünen hinein zu fahren. Doch dadurch, dass die Straßendecke abrupt aufhört und plötzlich zu Sand wird blieb einem ohne hin keine andere Chance. Aber die positive Erkenntnis: man kann hier durchaus mit großem Gerät auf den Sandstraßen fahren.

Sonnenuntergang in den Dünen

Am Ende angekommen parken wir für den Start des “Alkali Trails” der uns 5 Meilen durch die Wüste führen wird. Die Wüste sieht hier noch mal etwas anders aus, als vorher beim “Life Trail”. Wo vorher noch häufig grüne Büsche Abwechslung zu den weißen Sanddünen booten sind jetzt wahrhaftig nur noch weiße Sanddünen vorhanden. Der Weg ist super markiert. In regelmäßigen Abständen ragen rote Pfeiler aus den Düden hervor die man nur schwer übersehen kann. Wir fragen uns wie leichtsinnig man sich verhalten muss, um sich hier tatsächlich zu verlaufen. Wobei es uns klar ist, dass wenn man sich fahrlässig vom markierten Weg entfernt, dass man diesen auch wirklich leicht verlieren kann. Also schön auf dem markierten weg bleiben. Wir haben unsere Wanderung durch die Wüste zeitlich so abgepasst, dass wir den Sonnenuntergang von hier aus beobachten können. In vollkommener Dreisamkeit, weit weg von anderen Menschen, sitzen wir auf der Spitze einer Sanddüne und bestaunen den farbenprächtigen Sonnenuntergang. Malerisch, schön, einzigartig. Immer wieder lassen wir unseren Blick über die für uns so ungewohnte Wüstenlandschaft schweifen und genießen wie die Dünen langsam aber sicher immer längere Schatten werfen. Sobald die Sonne untergegangen ist, wird es merklich kälter. Der Sand hat keinerlei Wärme gespeichert und die Luft wandelt sich von heiß zu frisch. Wir machen uns zügig auf den Weg zurück zum Wohnmobil. Wobei diese Kühle am Abend eine wohltuende Abwechslung zur Hitze am Tag ist. Ein toller Tag voller neuer Eindrücke. Zurück zu unseren kostenlosen Campingplatz am “Hollowman Lake”.

Vom National Monument zum National Park

Aktuell durchläuft das White Sands National Monument eine Überprüfung ob es zu einem Nationalpark heraufgestuft werden soll. Vielleicht taucht White Sands ja schon bald in der Liste der National Parks auf.

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