Welches Wohnmobil ist das richtige für mich?

Es gibt im Grunde drei Typen von Wohnmobilen (engl. “RV” für “Recreation Vehicle”)

Class A: Das sind die größten und teuersten Wohnmobile. Sie basieren auf einem großen Bus und sind in einem von vorne bis hinten durchgängig. Cool ist, dass die forderen Sitze sich einfach drehen lassen und zum “Lebensraum” genutzt werden können.

Class C: Die nächst kleinere und wohl hier die gebräuchlichste ist die Klasse C – Klasse B kommt später. Sie basieren auf dem Fahrerhaus eines großen Pickuptrucks (häufig Ford E350 oder E450) und haben hinten einfach eine komplette Wohnung angebaut. Zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich ist ein Durchgang.

Class B: Die nächst kleinere Variante basiert auf Sprintern oder Transportern und ist deutlich kompakter. Fahrerhaus und Wohnbereich sind hier ebenfalls durchgängig.

Neben diesen Varianten gibt es noch ein paar andere, wie z.B einen Pickup, der auf seiner Ladefläche wie ein Schneckenhaus eine kleine Wohneinheit trägt. Hierbei kann man jedoch nicht einfach vom Fahrerhaus direkt in den Wohnbereich gehen. Wir würden preisleistungstechnisch ein Class C empfehlen. Diese sind recht kostengünstig gebraucht zu erwerben und bieten in den verschiedenen Längen alles was man braucht. Egal ob zu zweit oder als Großfamilie zu sechst.

Längen der Class C Wohnmobile:

Als “Compact” gelten Wohnmobile um die 20 Fuß (ca. 6m) und mit 3-4 Schlafplätzen. Sie fahren sich super und man passt in normale Parklücken. Zum Schlafen muss jedoch die Tischecke umgebaut werden, wenn man mehr als 2 Personen hat.

Als “Small” werden Wohnmobile mit 25 Fuß (ca. 7,5m) und 5-6 Schlafplätzen bezeichnet. Sie fahren sich wie ein großer Laster, den man bei einem Umzug verwendet. Man muss aufpassen, dass man beim umfahren von Hindernissen einen gewissen Bogen fährt, damit man sich nicht seitlich in das Hinderniss drückt und das überstehende und somit ausschwenkende Heck kann beim Lenken nebenstehenden Fahrzeugen fiese Schrammen in die Seite drücken… Beim Parken ist man entwerder auf lange RV und Truck Plätze angewiesen oder man parkt rückwärts ein und lässt das überstehende Heck hinten übern Gehweg/Wiese/was auch immer überstehen, dann passts vorne.

Und als “Large” gelten Wohnmobile erst ab 30 Fuß (ca. 9m) und 6+ Schlafplätzen. Wohl eher was für Menschen, die länger an einem Ort stehen und weniger durch belebte urbane Gebiete, als mehr in der totalen Pampa unterwegs sind…

Es gibt aber auch noch Wohnmobile mit mehr als 50 Fuß…

Ausstattung der Wohnmobile:

Alle Wohnmobile, die wir uns angeschaut haben, waren mit Gaskochfeld, Spüle, Waschbecken, Dusche, Toilette, Mikrowelle, Klimaanlage, Generator, Moskitogitter, Kühl-Gefrierkombination, Sitzecke mit Tisch und Schlafplätzen ausgestattet. Die Schlafplätze waren je nach größe des Wohnmobils aus der Sitzecke ausklappbar, oberhalb der Fahrerkabine, ein vollständiges kingsize Bett oder sogar ein vollständiges queensize Bett in den riesen Wohnmobilen. Stauraum gibt es in diversen Schränken und Fächern, sowie in einem seperaten Storagefach, das nur von außen zugägnlich ist. Der Kühlschrank läuft über Gaß und schaltet automatisch auf Strom um falls das Wohnmobil fährt oder an das Stromnetz angeschlossen ist. Gekocht wird auf Gas und auch das Warmwasser für Spüle und Dusche wird mittels Gas in einem Boiler auf angenheme Temperatur erhitzt. Die Klimaanlage, die Mikrowelle und die 120v Steckdosen können nur im Netzbetrieb oder wenn der Generator eingeschaltet ist betrieben werden. Der Generator erzeugt 120v und wird aus dem normalen Tank gespeißt, allerdings nur solange dieser mehr als zu einem viertel voll ist. TV, Markiese, Solar, Backofen, Leiter, Antenne/Sat-Schüssel sind optional.

Worauf ist beim Wohnmobilkauf zu achten?

Beim Wohnmobilkauf in den USA gelten leicht andere Kriterien als beim Kauf eines Kleinwagens in Deutschland.

Km-Stand

Das erste Augenmerk ist gewöhnlich immer der Km-Stand (Odometer). Aber gerade in den USA mit seinen langen weiten Highways fällt der Verschleiß des Antriebsstranges und der Kupplung etc. Wesentlich geringer aus. Wer einen Wagen im Süden kauft wird dazu Noch keine Probleme mit Rost haben, weil es nicht dem Winter ausgesetzt ist. Somit kann man davon ausgehen, dass auch ein Wagen, der an die 100 Miles drauf hat noch lange seine Dienste leisten wird. Idealer Weise erhält man jedoch bei einem Dealer eine Funktionsgarantie auf den gesamten Antriebsstrang (powertrain), so wir das bei Cruise America bekommen haben.

Baujahr

Gerade bei einem Wohnmobil ist das Baujahr entscheidender als der Km-Stand. Je älter das Baujahr, desto älter und verschlissener ist die komplette Ausstattung und desdo eher wird der Austausch oder die Reparatur von Bauteile wie Wasserpumpen, Gasleitungen, Kühlschrank, etc. Notwendig. Hinzu kommt, dass die Wohnmobile mit der Zeit verbessert wurden und deren Konstruktion ausreift. Ein zu altes Modell kann durchaus nervige Baumängel beinhalten.

Ausstattung

Die Ausstatung eines Wohnmobiles kann den Preis deutlich in die Höhe treiben. Sucht man ein günstiges Modell muss man auf gewissen Luxus wie TV, elktrische Markise / Trittstufe, Backohfen und Rückfahrkamera verzichten.

Was brauche ich um ein Wohnmobil fahren zu dürfen?

In den USA sind die Wohnmobile sehr groß und können schnell die Gewichtsbegrenzung unseres deutschen Führerscheins für normale PKW überschreinten. Dennoch darf man hier mit seinem “normalen” PKW-Führerschein (B) diese riesen Dinger fahren. Man braucht noch nicht mal einen “Internationalen Führerschein”, der deutsche reicht vollkommen aus.

Um das Wohnmobil aber fahren zu dürfen ist der Abschluss einer Versicherung jedoch zwingend notwendig. Diese lässt sich einfach Online oder per Telefon abschließen. Man geht einfach auf die Seite eines Versicherers, beantwortet dort ein paar Fragen zu Alter, Fahrzeugdaten, etc. Und bekommt sodann ein “Quote” (dt. “Angebot”). ISt man mit dem Angebot einverstanden, kann der Vertrag noch am selbern Tag geschlossen werden und der Versicherungsschutz gilt ab sofort. Fährt man ohne Versicherungsschutz riskiert man erhebliche Strafen, wenn man kontrolliert und erwischt wird. Und Polizeikontrollen sind hier – aus unserer Sicht – wesentlich häufiger, wenn gleich die Cops unheimlich freundlich sind (solange man nichts ausgefressen hat). Das Minimum was man bei der Versicherung abschließen muss (Reliability = Haftung für einen Schaden den man bei anderen verursacht) kostet ca. 200$ im Jahr. Wenn man dazu noch Den Schaden am eigenen Fahrzeug und Diebstahl etc. Mitversichern möchte, landet man bei ca. 700$ bis 1000$ im Jahr. Sollte man sein Fahrzeug vor Ablauf des Jahres abmelden, bekommt man anteilig das zuviel bezahlte Geld zurück überweisen.